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Sinn und Kultur — Grundzüge der kognitiven Soziologie

Seminar, Wintersemester 2019/20, Universität Leipzig

Bekanntlich hat Max Weber Handeln als ein Verhalten definiert, mit dem der Akteur einen subjektiven Sinn verbindet, und damit die Soziologie als Art Kulturwissenschaft konstituiert. Aber was ist überhaupt „Sinn“? Und wie können wir im Rahmen einer analytischen Soziologie Sinn und Kultur konzeptualisieren und für die Erklärung sozialer Phänomene nutzbar machen?

In diesem Kurs besprechen wir ausgewählte soziologische Ansätze, die sich Sinn und Kultur verschrieben haben. Dies reicht von klassischen Paradigmen wie der phänomenologischen Soziologie (Schütz), der Ethnomethodologie (Garfinkel) und des Sozialkonstruktivismus (Berger, Luckmann) bis hin zum „cognitive turn“ in der aktuellen Kultursoziologie (Vaisey, Miles), die inzwischen stark vom sozial- und kognitionspsychologischen Dual-Process-Ansatz geprägt ist.

Neben der Frage, welche Möglichkeiten es gibt, Sinn und Kultur sozialtheoretisch zu fassen, werden wir uns auch dafür interessieren, wie kulturelle Phänomene in der empirischen Sozialforschung thematisiert werden können.

Ausgewählte Fragen soziologischer Theoriebildung
Vorlesung, Wintersemester 2019/20, Universität Leipzig

Für eine erklärende Soziologie, die sich dem methodologischen Individualismus verpflichtet fühlt, ist insbesondere die Frage nach der Natur des Menschen von großem Interesse. In der interdisziplinären Literatur werden alle möglichen Konzepte – in etwa Kosten-Nutzen-Kalküle, Einstellungen, Identitäten, Rollen, Skripte – diskutiert und als essentielle Determinanten menschlichen Handelns beschrieben. Der Kurs ordnet dieses Durcheinander, indem er einen Überblick zu dominanten Ansätzen in der Ökonomik, Sozialpsychologie und Soziologie gibt und über das Semester hinweg die Leitthese entwickelt, dass sich vor dem Hintergrund einer konvergenten Annäherung dieser Disziplinen eine Art general theory of action kristallisiert.

Soziale Schichtung und soziales Handeln
Seminar, Sommersemester 2019, Universität Leipzig

Nur wenige Konzepte in den Sozialwissenschaften zeigen sich im alltäglichen Leben derart wirkmächtig wie sozioökonomischer Status. Qua Definition unterscheiden sich Statusgruppen hinsichtlich ihres Einkommens, ihrer Bildung und ihres Berufsprestiges. Darüber hinaus haben Jahrzehnte der soziologischen Forschung aufgezeigt, dass sich Statusgruppen auch mit Blick auf weitere essentielle Eigenschaften und Verhaltensmuster unterscheiden, unter anderem hinsichtlich Gesundheit und Lebenserwartung, Fertilität, Essensgewohnheiten, Konsumverhalten, abweichendem Verhalten, bürgerlichem Engagement, Umweltverhalten, und – folgt man der Soziologie des Geistes und des Denkens – wohl auch Bewusstsein.

In diesem Kurs werden zum einen empirische Studien besprochen, die derartige Korrelate bzw. auch Effekte sozialer Schichtung belegen. Zum anderen werden auf theoretische Argumente eingegangen, die die Mechanismen hinter diesen empirischen Zusammenhängen verständlich machen. Dafür greifen wir sowohl auf „großtheoretische“ Ansätze, in etwa auf die Konflikttheorie oder auch auf Praxistheorien, zurück, aber auch auf eher angewandte Theorien mittlerer Reichweite, in etwa auf die Status Characteristics Theory.

Neofunktionalismus: Jeffrey C. Alexander und Richard Münch
Seminar, Sommersemester 2019, Universität Leipzig

Talcott Parsons' Strukturfunktionalismus hat bis in die 60er Jahre hinein ganz im Sinne einer klassischen Orthodoxie die soziologische Theoriebildung dominiert. Sowohl seine voluntaristische Theorie des Handelns als auch seine systemtheoretische Ordnungstheorie sind jedoch über die Zeit zunehmend in die Kritik geraten. Interaktionisten und Austauschtheoretiker kritisierten seine normative, auf ideelle Faktoren verkürzte Handlungstheorie, die der Kreativität und der Unvorhersehbarkeit sozialen Handelns, aber auch dem harten materiellen Eigeninteresse der Akteure zu wenig Raum einräumt. Konflikttheoretiker haben sich vor allem an Parsons' homöostatischen Gleichgewichtskonzept in der Ordnungstheorie gestoßen, das es nicht zulässt, sozialen Konflikt als Treibstoff gesellschaftlicher Entwicklung zu verstehen.

In diesem Kurs beschäftigen wir uns mit dem Versuch, das Parsonsche Theoriegebäude durch Zugeständnisse an derartige Einwände zu reformieren und so zu einer zweiten Blüte als neuklassische Orthodoxie zu führen. Dabei gehen wir sowohl auf metatheoretische Fragen, wie den Stellenwert empirischen Forschung in der Theoriebildung, als auch auf konkrete Anwendungen des neofunktionalistischen Forschungsprogramms, etwa in der Wirtschaftssoziologie, ein.

Cooperation and Competition in Markets and Organizations
Guest Lecture in a Course by Prof. Dr. Arnis Vilks, Summer Term 2019, HHL

My guest lecture introduces the students to the problem of the voluntary provision of public goods. Problems of collective action are ubiquitous features of social and economic life. Typically, actors contribute to little to the provision of the public good, i.e., collective action tends towards inefficiency. Theoretical as well as empirical research in the social sciences provides several institutional and organizational mechanisms which solve or at least mitigate this problem of inefficiency.

Theoriekonstruktion und Hypothesenableitung
Seminar, Wintersemester 2018/19, Universität Leipzig

Vermittelt werden Kriterien für die Rekonstruktion, Kritik und den Vergleich allgemeiner Theorien. Besonderer Wert wird gelegt auf die Einübung verschiedener Verfahren der Ableitung bzw. Formulierung empirisch prüfbarer Hypothesen. Dabei werden auch elementare Modellierungsmethoden berührt.

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